Die Geschichte des Yachtclubs Eichorn Konstanz e.V.

1. Anfänge
Die Geschichte des YCE ist eng mit der Planung und letztlich dem Bau eines neuen Sportboothafens in Konstanz-Staad verbunden. Am Anfang steht wie so oft eine Vision oder eine Idee. Dies galt auch für das Hafenprojekt am „Hohenegg“ in Konstanz-Staad. Schon in den 70er Jahren träumten die Bojenlieger zwischen Fährehafen und Ruppaner-Steg von einem Yachthafen. Nachdem Naturschützer gegen die Bojen zu Felde zogen und die, heute wohl widerlegte, Ansicht verbreiteten, dass Bojenfelder erhebliche Nachteile für den Bodensee mit sich brächten, fürchtete man um den Bojenbestand. Auf der Gemarkung Konstanz gab es damals 375 Bojenplätze. Es war also naheliegend an einen großen Hafen als Ersatz für möglicherweise nicht mehr genehmigte Bojenplätze zu denken. Am 30.04.1984 meldete der SÜDKURIER, dass die Stadt Konstanz am Hohenegg einen Hafen für 400 Boote plane. Dr. Hans Ruppaner hatte an den Oberbürgermeister geschrieben und vorgeschlagen einen Yachthafen am „Hohenegg“ für 400 Schiffe zu bauen. Träger sollten ein Verein und die Stadt sein, also vergleichbar mit dem Yachthafen „Überlingen Ost“. Der Flächennutzungsplan der Stadt Konstanz sah ja am „Hohenegg“ ohnehin einen Yachthafen vor und Bojenplätze konnten auf diese Weise auch abgebaut werden. Die Meldung des SÜDKURIER sorgte für große Unruhe unter den Anrainern und manchen Kommunalpolitikern. Unter den Seglern herrschte teilweise auch Skepsis, fürchtete man doch eine erhebliche Verteuerung des Hobbys. Dem Marine-Regatta-Verein Konstanz (MRV) und dem Yacht-Club Rasmus Konstanz (YRK) war zwar eine Beteiligung an dem Projekt in Aussicht gestellt worden. Die Vorsitzenden waren dafür jedoch nicht zu gewinnen, da sie fürchteten, ihre Clubs würden dann überflüssig werden. Es verging kaum eine Woche und das Projekt schmolz wie Schnee in der Frühjahrssonne. Der Gemeinderat stimmte dennoch mit knapper Mehrheit einem Hafen mit 200 Plätzen zu. Ausschlaggebend für diese Mehrheit waren Ausführungen des Limnologen Dr. Lehn, der die Bedenken der Naturschützer nicht teilen konnte. Er war der Ansicht, dass insbesondere der Jungfischbestand durch an Bojen liegende Schiffe geschützt werde. Er sollte letztlich recht behalten, denn heute wird die Ansicht, Bojenfelder seien für den See nachteilig, kaum mehr ernsthaft vertreten. Die Stadt und die Stadtwerke Konstanz dachten zur gleichen Zeit über den Bau eines Fährebetriebsgebäudes und die Erweiterung des Fährehafens durch zwei Molen nach. Es bot sich deshalb an, den dann frei werdenden Altfährehafen in einen Sportboothafen umzubauen. Die Sache hatte allerdings einen Haken: Die Größe des Beckens ließ nur eine Planung mit l00 bis 120 Schiffen, abhängig von der Größe der Schiffe, zu. Die am 27.06.1985 vom MRV, dem YRK, der Bojengemeinschaft Hohenegg (BGH) und der Familie Ruppaner gegründete „Interessengemeinschaft der Seglervereine am Hohenegg“ (im folgenden IG Hohenegg) verfolgte die Idee von Dr. Ruppaner weiter und wollte den Hafen nun mit 300 Liegeplätzen bauen. Im Mai 1987 wurde dieses Projekt jedoch endgültig begraben. Der Gemeinderat revidierte seinen Beschluss von 1984 und favorisierte nun die „kleine Lösung“ im Altfährehafen.

2. Die Geburtsstunde des YCE
Die IG Hohenegg, nunmehr ohne die Familie Ruppaner, versuchte ihre Vorstellungen an die neue Situation anzupassen und nahm 1987 Verhandlungen mit der Stadt Konstanz auf. Die Erweiterung des Fährehafens nach Norden führte nämlich zwangsläufig zum Wegfall von 15 bis 20 Bojen in diesem Bereich. Diese Bojen konnten aus räumlichen Gründen auch nicht in das übrige „Bojenfeld Hohenegg“ eingegliedert werden. Der Verlust dieser Bojen musste daher auf andere Weise kompensiert werden. Aus diesen Gründen bot die IG Hohenegg der Stadt Konstanz an, den Hafen zu bauen, um den betroffenen Bojenliegern einen Ersatz anbieten zu können. Mit 15 bis 20 Bojenliegern allein konnte der Hafen jedoch nicht gebaut werden. Es mussten wenigstens 100 Plätze sein, um den Preis pro Platz in finanzierbarem Rahmen zu halten. Inzwischen verfestigte sich auch die Ansicht, dass möglichst viele Bojen naturschutzbedingt abgebaut werden sollten. Eine im Oktober 1990 erstellte Umweltverträglichkeitsstudie unterstrich die Notwendigkeit des Abbaus von Bojenplätzen. Eine Vermehrung von Liegeplätzen war zudem nicht gewünscht (anders am Ufer der Schweiz und im Bodenseekreis), so dass für jeden Hafenplatz ein Bojenplatz entfallen sollte. Am 18.12.1991 reichte die Stadt Konstanz beim Landratsamt Konstanz den Antrag auf wasserrechtliche Genehmigung für die Erweiterung des Fährehafens ein. Am 10.02.1992 folgte der Antrag auf wasserrechtliche Genehmigung zur Nutzung des Altfährehafens als Sportboothafen. Eine Besprechung der Stadt Konstanz mit den Konstanzer Wassersportvereinen am 18.03.1992 unter der Leitung von Bürgermeister Fischer diente dazu, die Interessen und Bedürfnisse der Vereine abzuklären. Man konnte zu diesem Zeitpunkt von ca. 80 - 90 Interessenten an einem Hafenplatz Auf dieser Basis trugen die drei Hohenegg-Vereine der Forderung der Stadt Konstanz Rechnung und gründeten am 28.01.1994 den Yachtclub Eichhorn Konstanz e.V. (YCE). Dieser trat schon nach kurzer Zeit als Verhandlungspartner gegenüber der Stadt und den Stadtwerken Konstanz auf. Am 01.08.1995 erteilte das Landratsamt Konstanz die Genehmigung für den Umbau des Altfährehafens in einen Sportboothafen.

3. Der „Lange Marsch“ von 1994 bis 2004
Der YCE verfügte sehr schnell über mehr als 120 Mitglieder und der Vorstand unter der Präsidentin Andrea Fuchs ging hoffnungsvoll ans Werk. Die Verhandlungen mit der Stadt Konstanz und den Stadtwerken Konstanz verliefen zunächst erfolgreich. Am 31.10.1996 schlossen die Stadt Konstanz und der YCE einen Vorvertrag. Stadtwerke und YCE erarbeiteten 1997 eine gemeinsame Studie für die Nutzung des Hafens und der Ländebauten. Im Frühjahr 1998 lagen die mit den Stadtwerken erarbeiteten Pachtvertragsentwürfe vor. Es fehlte nur noch der Baubeginn, aber es kam anders. Der TUA des Gemeinderates und der Gemeinderat lehnten 1998 die Konzeption ab und die Stadt Konstanz kündigte den Vorvertrag am 29.06.1999. Der YCE konnte das Projekt Hafenbau nun nicht mehr alleine weiterführen. Am 19. Juli 1999 wurde ein Treffen in Litzelstetten einberufen, an dem der YCE, die Gründervereine des YCE, der Yachtclub Litzelstetten-Mainau (YLM), der Segler-Verein Purren (SVPK) und der SV Dingelsdorf (SVD) teilnahmen. Die Delegierten konnten sich nach intensiver Diskussion auf ein vom YCE entworfenes Papier einigen, welches die wesentlichen Grundlagen für die zukünftige Zusammenarbeit enthielt. Dies war die Geburtsstunde der ARGE „Sportboothafen Staad“. In der Folgezeit schieden der SVD und die BGH aus der ARGE aus. Sie übertrugen ihre Plätze im zukünftigen Hafen auf den YCE. Die ARGE formierte sich als BGB-Gesellschaft der fünf Vereine. Später kam die Marine-Jugend Konstanz e.V. (MJ) als sechster Verein dazu. Der YCE konnte, nun als Teil der ARGE, die bis dahin entwickelten Pläne und Studien, die Vertragsentwürfe und seine Erfahrung einbringen und somit einen wichtigen Beitrag zum Erfolg leisten. In der Folgezeit einigten sich die ARGE-Vereine auf die jeweiligen Anteile am Hafen und im November 1999 wurde der erste Entwurf eines ARGE-Vertrages beraten und beschlossen. Die Folgezeit war geprägt durch strukturelle Veränderungen und langwierige Diskussionen innerhalb der ARGE, durch viele Gespräche und Verhandlungen mit den Bürgermeistern, der Stadtwerke GmbH, dem Aufsichtsrat, dem Landratsamt, mit Gemeindevertretern, der Bürgervereinigung Allmansdorf Staad (BAS), der Zukunftswerkstatt-/Agenda-Gruppen, den Parteien und dem Stadtsportverband. Der Durchbruch sollte erst 2004 erfolgen.

4. Am Ziel
Am 28.10.2004 unterschrieben die sechs ARGE-Vereine den seit 1999 im Entwurf vorliegenden Vertrag. Er war und ist die Rechtsgrundlage für den Abschluss der Verträge mit den Stadtwerken. Am 17.10.2005 wurde mit dem Hafenbau begonnen. Am 01.05.2006 konnte das erste Schiff im neuen Hafen festmachen. Am 24.06.2006 wurde der Hafen als neue Heimat der sechs Vereine und damit auch des YCE feierlich eingeweiht. Die Schiffe der Vereine waren nun untergebracht, es fehlte jedoch noch der gemeinsame Mittelpunkt zur Gestaltung des Vereinslebens. Mit großem Einsatz und 2.000 Stunden Eigenleistung bauten die ARGE-Vereine das Rondell der Ländebauten zum neuen Clubhaus „Lände“ um, das am 08.09.2007 feierlich eingeweiht werden konnte. Es beherbergt Sanitär- und Takelräume, das Hafenmeisterbüro, einen Schulungs- und Versammlungsraum und die Clubgaststätte.

Hafen und Clubhaus der ARGE-Sportboothafen Staad wurden von den Mitgliedern, den Anwohnern und den Gästen aus nah und fern hervorragend angenommen, so dass einem erfolgreichen und erholsamen wassersportlichen Leben aller Gesellschaftsvereine nichts mehr im Wege steht. Der Yachtclub Eichhorn Konstanz e.V. ist nun auch zu Hause angekommen.